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Führung braucht FührungsKRAFT

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Das Stigma der erschöpften FührungsKRAFT

Mehr als 20 Jahre befasse ich mich nun mit Stärke und Schwäche, Erfolg und Scheitern, Resilienz und Erschöpfung („Burnout“), Authentizität und „Schauspiel“ in den Bereichen Wirtschaft und Psychologie.

Ich selbst war erfolgreich, bin gescheitert, war resilient und hatte zwischenzeitlich eine Phase mit diagnostizierter Anpassungsstörung und vegetativen Erschöpfungssymptomen.

Warum schreibe ich das als ausgebildeter Diplom-Psychologe, Burnout-Berater, Resilienztrainer und Entspannungscoach?

Das passt doch nicht zusammen. Wer soll jemanden in einem Bereich beraten, den er scheinbar selbst nicht ausreichend „beherrscht“?

Und hier beginnt das Schauspiel und die subtile Stigmatisierung der Schwäche und des Scheiterns bereits, auf die ich aufmerksam machen möchte.

Mir geht es um Offenheit, Ehrlichkeit, Kongruenz und Transparenz.

Nicht um Rechtfertigungen, (Selbst-)Erklärungen und Mitleid.

Kein Mensch sollte sich rechtferigen für Schwächephasen in seinem Leben.

Ganz im Gegenteil, wir dürfen vor jedem Menschen den Hut ziehen, der die Stärke besitzt, seine Schwäche für sich selbst anzunehmen und diese auch seinem Umfeld – häufig mit einer anderen Erwartungshaltung und traditionellen Vorstellungen unterwegs – zu offenbaren.

Das ist Authentizität, Selbst-Wertschätzung und wahre Stärke.

Während dies bereits im privaten Bereich eine hohe Herausforderung darstellt, so ist es aus meiner langjährigen Erfahrung im Wirtschaftskontext nahezu eine unüberwindbare Hürde.

Zumindest NOCH.

Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, diese Situation zu verändern.

Mir ist bewusst, dass mich einige dafür als Phantasten, Träumer, Sozialromantiker bezeichnen werden.

Denen antworte ich: Ja, ich bin gerne Visionär!

Wenn meine Blogs dazu beitragen können, nur ein einziges Menschenleben zu retten, war jede investierte Sekunde wert- und sinnvoll.

Sie halten es für übertrieben oder maßlos überspitzt, dass die Stigmatisierung und das Verschweigen – in Verbindung mit dem einhergehenden erschöpfenden Schauspiel – diese Dimensionen annehmen kann?

Dann begrüße ich Sie ganz herzlich in der Realität.

Ich begegne sehr häufig Menschen mit tiefen Selbstzweifeln und einem geschilderten Gefühl der Sinnlosigkeit, weil sie ihre Erschöpfung nicht zeigen dürfen.

Menschen, die sich nicht mehr verstanden fühlen und häufig wenig Akzeptanz und soziale Unterstützung erfahren.

Die verzweifelt sind, weil sie sich nicht (mehr) zeigen dürfen in ihrer Ganzheit, sondern stets nur mit Verkleidung uns Maske.

Und Menschen, die aus diesen Gründen freiwillig aus dem Leben gegangen sind. Sie sind der Überzeugung, dass soviel Transparenz nicht förderlich ist, vielleicht sogar schaden kann?

Ich sehe das mittlerweile anders. Aus meiner Sicht richtet es mehr Schaden an, weiterhin zu schweigen und erschöpfte Menschen durch Stigmatisierung ihrer „Schwäche“ ins Abseits und in die Isolation zu treiben.

Starten wir einen neuen Umgang mit Schwäche und Scheitern.

Beginnen wir damit, uns mit allem zu zeigen, was in uns ist.

Die neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft, speziell der Psycho-Neuro-Immunologie, weisen nach, dass unterdrückte, blockierte Gefühle, zu Mikroentzündungen in unserem Körper führen, die das Immunsystem schwächen.

Darauf aufbauend entwickeln sich unterschiedlichste „Krankheiten“, die der Körper zum Ausdruck bringt.

Die Ursache für die körperlichen Symptome und Erscheinungen sind jedoch auf der Gefühlsebene zu suchen.

Wenn nicht frei fließen darf, was fließen und zum Ausdruck gebracht werden möchte, „entzünden“ wir uns.

Menschen sind Gefühlswesen. Wir können unsere Gefühle nicht an der Pforte abgeben und sie abends beim „Ausstempeln“ wieder in Empfang nehmen.

Unsere Gefühle wollen wahrgenommen, stimmig integriert und gelebt werden.

Sie sind die Sprache der Seele, so wie Worte die Sprache des Verstandes sind.

 

Wir lassen unseren Gefühlen keinen freien Lauf, weil unsere eigene Sozialisation noch im Glauben daran stattgefunden hat, dass Gefühle Schwäche wären und sozial (noch) nicht erwünscht sind.

So unterdrücken Männer vorrangig ihren Schmerz und ihre Traurigkeit, weil Indianer keinen Schmerz zu spüren haben.

Frauen blockieren häufig ihre Wut, weil weibliche Wutenergie gesellschaftlich mit „Furien“ assoziiert wird.

 

Selbstverständlich geht es nicht darum, Gefühlen sozial unverträglich Ihren Lauf zu lassen.

Die dauerhafte Blockade und das Unterdrücken von Gefühlen stellt jedoch auch keine Lösung dar. Gefühle bahnen sich sowieso ihren Weg. Und je mehr wir uns gegen sie zur Wehr setzen, desto vehementer werden sie. Irgendwann wollen sie wahrgenommen werden.

Spätestens wenn die Seele zum Körper sagt:

„Sag´Du es ihm/ihr. Mich will man nicht (er)hören“.

 

Führung braucht FührungsKRAFT.

Diese Kraft resultiert zu einem nicht unerheblichen Teil aus dem freien Fluss unserer Gefühle.

Das Unterdrücken der Gefühle ist einer der größten Krafträuber der heutigen Zeit.

Das Stigma der Schwäche und des Scheiterns braucht einen Paradigmenwechsel.

Resilienz und FührungsKRAFT entstehen durch die stimmige Integration von Schwäche, nicht durch deren Abwehr und Vermeidung.

 

Ich wünsche allen viel (Führungs-)Kraft und Energie, sowohl für ihre Selbstführung und ihr persönliches Wohlbefinden als auch das ihrer Mitarbeiter/-innen.

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